Die besten Fantasybücher 2018 – und die anderen

Wenn die Hose zwickt, das nächste Glas Sekt eins zu viel sein wird, und der Butler über den Tigerkopf stolpert, dann weiß man: Das Jahr pfeift auf dem letzten Loch. Genau die richtige Zeit für Nostalgie und Nachgetrete, Tomaten und Trophäen. Die folgenden Fantasybücher sind 2018 hängengeblieben.


Die Vollendung

Die Rückkehr der Flut

Dass man Buchreihen auch beenden kann, ist in der Fantasy leider keine Selbstverständlichkeit mehr. Wenn dann mal was fertig wird, gehört Gold und Glitzer draufgeschmissen – erst recht bei so einem Überflieger. David Hairs Brücke der Gezeiten endete in diesem Jahr mit einem letzten Doppelschlag. Nicht zu bitter, nicht zu süß, spektakulär und emotional, schön rund und trotzdem mit offener Tür für einen Nachfolger. Den es auch schon gibt (Randomhouse, bitte übersetzen Sie). Alle, die die Gezeitenbrücke noch nicht kennen, haben hiermit den ersten Vorsatz fürs neue Jahr.


Die Überraschung

Blutschwur

Die deutschsprachige Veröffentlichung von Brian McClellans Debüt Blutschwur flog und fliegt noch immer einigermaßen unter dem Radar. Zu unrecht, denn der Auftakt der Powder-Mage-Chroniken ließ mit erfrischendem Setting, markigen Figuren und einem schlüssigen Mix aus Krimi, Politik und Mystik das originellste Knallbonbon des Jahres krachen. Und das Beste: Band zwei erscheint schon Anfang Februar und dürfte der erste dicke Fantasyfisch in 2019 werden.


Die Enttäuschung

Feuer und Blut

Davon gabs einige, aber keine saß so tief wie Feuer und Blut. War es Geldgier, Eitelkeit, Langeweile oder die Angst vor der eigenen Fortsetzung? Wir wissens nicht. Martins mindestens so unnötiges wie unlesbares Buchmonster nimmt man am besten mit Humor – oder erst gar nicht in die Hand. Huch, da ist ja noch ein zweiter Teil geplant. Endlich kann ich das Filmzitat mal loswerden: »Ich bin zu alt für diesen Sch…« Und Martin sowieso.


Die Anderen

Krieg der Städte

Was war sonst noch los? Tolkien Junior verbreitete in Mittelerde schon wieder dröge Pseudowissenschaft. Anthony Ryan lieferte ein tolles zweites Dampf- und Drachenbuch, Leigh Bardugo ein weniger tolles Krähenfinale, dafür traurige Märchen. Die Debüts von Brian Lee Durfee und Ed McDonald machten zu viel Sauerei mit Blut und Gedärm, aber auch Eindruck. Und Philip Reeves Endzeitgeschichte aus Absurdistan wurde neu aufgelegt und verdiente sich prompt den Sonderpreis für sympathische Schrulligkeit.

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