Rezension: George R.R. Martin – Feuer und Blut – Erstes Buch

Der Untertitel kündigt es an, hier geht es um den »Aufstieg und Fall des Hauses Targaryen von Westeros«. Und das klingt zum Beispiel so: »Gaemon Targaryen, Bruder und Gemahl von Daenys der Träumerin, folgte Aenar dem Auswanderer als Lord von Drachenstein und wurde berühmt als Gaemon der Glorreiche. Gaemons Sohn Aegon und seine Tochter Elaena herrschten nach seinem Tod gemeinsam. Ihnen folgten ihr Sohn Maegon, dessen Bruder Aerys und Aerys‘ Söhne Aelyx, Baelon und Daemion.« Boah ae, spannend.


In deinem Hobbykeller stapeln sich die Spielzeugsoldaten? Lexika sind deine Bettlektüre? Dein Lieblingsessen ist trocken Brot? Dann hast du dein Traumbuch gefunden.


Elf meint: »Ich sehe tote Buchstaben«

Tja, also … das Buch ist sehr dick … das macht schon Eindruck. Und, äh … es steht viel drin. Nicht nur Worte, da gibts auch Bilder … aber die hat Martin, glaub ich, nicht selber gemalt. Ach ja, und es gibt total viele Namen mit »ae« … was toll ist … nur leider kann man die überhaupt nicht auseinanderhalten. Hm … mehr fällt mir jetzt nicht ein.


Zwerg meint: »Ich sehe rot«

Dafür, George? Dafür muss der Winterwind weiter warten? Für ein knochentrockenes Prequel aus der fiktiven Sauklaue eines Historikers mit Detailfetisch? Da bin ich erstmal baff. Und dann denke ich mir: Man hätte so viel mehr draus machen können. Zum Beispiel die dekadenten Familienfehden im alten Valyria erzählen, mit dessen Untergang als finalem Höhepunkt (jau, und dann ne Serie drehen). Oder eine echte Geschichte aus Aegons Eroberung von Westeros basteln. Oder einfach Das Lied von Eis und Feuer weiterschreiben. Stattdessen haut mir ein 900 Seiten langes, emotionsbefreites Runtergeratter oller Kamellen Fantastilliarden gleichklingender Namen um die Ohren. Und dass das meiste davon so oder so ähnlich schon mal veröffentlicht wurde, macht die Sache eher noch frecher. »Ja, aber das Silmarillion…« Nix da. Das Silmarillion erzählt einen ganzen Kosmos – facettenreich, poetisch, magisch und voller Leben – und braucht dafür halb so viele Seiten. Dagegen ist das hier nur ein kalter, miefender Fisch.


Feuer und Blut 2

© Penhaligon

Für …
die Schublade
die Busfahrt
die Ewigkeit

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