Rezension: Marshall Ryan Maresca – Der Zirkel der blauen Hand – Die Chroniken von Maradaine 1

Maradaine, eine Stadt mit deutlich mehr Verbrechertum als Zauberei, bildet die Leinwand für Mäntel, Dolche und ein paar Pinselstriche Freundschaft, Familie, Romantik und Gaunerei. Der Plot: Magisch begabter Student mit leidlich mysteriösem Background führt ein nächtliches Doppelleben als Schurkenschreck. Mit einer politisch korrekten Mixtur aus Rachsucht und Gerechtigkeitssinn geht es skrupellosen Bandenchefs und durchgeknallt sinistren Zauberzirkeln an den Kragen.


Für Young Adults (ähem), vielleicht auch den einen oder anderen echten Adult. Außerdem Cloak&Dagger-Freunde mit nicht zu viel Anspruch an Tiefgang und alle, denen Locke Lamoras Coups zu knifflig und Kvothes Professoren zu charismatisch sind.


Elf meint: »Ist doch eh schnell durchgelesen«

Das neueste Buch deiner Lieblingsreihe ist zugeklappt, du hast Lesenotstand und im Fernsehen läuft auch gerade nichts? Dann gönn dir einen Trip nach Maradaine. Ein langer Aufenthalt wirds nicht, denn Marshall Ryan Marescas Story um den verbrechensbekämpfenden Magiestudenten Veranix ist ebenso kurz wie -weilig. Knackiger Plot, sympathische Figuren, Wohlfühlsetting – das bekommt man. Und manchmal reicht sowas schon. Noch dazu ist die Reihe erfrischend episodenhaft angelegt. Will heißen, der nächste Band hat mit diesem hier nur indirekt zu tun.


Zwerg meint: »Morgens Hogwarts, abends Batman«

Im amerikanischen Original hat Maresca ganze vier Trilogien rund um die leicht steampunkige Metropole Maradaine aus der Hüfte geschossen. Hoffen wir mal, dass er in den anderen drei noch ein bisschen mehr zu erzählen hat, denn für den ersten deutschsprachigen Band lautet das Fazit: Ein wirklich erbärmliches Worldbuilding. In Maradaine will man echt nicht tot überm Zaun hängen – drei Kneipen und ’ne Uni, damit hat sich die Abendgestaltung auch schon erschöpft. Noch dazu sind die Charaktere in dieser Geisterstadt durch die Bank blutleere Abziehbilder, die weder innere Konflikte noch charakterliche Entwicklungen noch die kleinsten Überraschungen zu bieten haben. Schurken mit Hang zu Slapstick-Einlagen, die ebenso ausgelatschte wie holprig vorgetragene Story und ein spannungsarmer Showdown, der irgendwo zwischen Bedeutungslosigkeit und Quatsch endet, machen die Sache noch unrunder. Und irgendwie fühlte ich mich beim Lesen ständig zwischen Haus Hufflepuff und der roten Hochzeit hin- und hergeschubst. Hier ein Pennäler-Streich, da ein bisschen Prostitution, Folter, Mord und Drogentod.


Der Zirkel der blauen Hand 2

© Bastei Lübbe

Für …
die Schublade
die Busfahrt
die Ewigkeit

 

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